Schule Georg-Schwarz-Straße stellt neues Angebot vor

Kategorie: Schulsystem Sachsen Veröffentlicht am Samstag, 05. Dezember 2015 Geschrieben von E. Engelhardt

Erster Tag der offenen Tür als eigenständige Oberschule

 

Willkommensgruß auf der Schultafel. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr veranstaltete die Schule in der Georg-Schwarz-Straße 113 am Donnerstag, den 03. 12. 2015, von 15:00 bis 18:00 Uhr, einen Tag der offenen Tür. Seit die Schule im August 2015 ihre Eigenständigkeit als Oberschule der Stadt Leipzig erwarb hat sich viel getan. Die Kinder können sich auf dem neuen Schulhof tummeln, der Spiel- und Sportgeräte bietet. Auch der Innenraum der Schule hat sich gewandelt. Die früher etwas kargen Wände der Flure und Klassenzimmer füllen sich mit Plakaten, Malereien und Wandzeitungen.

 

Hier ging der Rundgang durch die Schule los. Um BesucherInnen einen Überblick über die schulischen Aktivitäten zu geben und damit sich niemand im großen Gebäude allein gelassen fühlen musste, fanden sich SchülerInnen der 5. Klassen zusammen. Sie gestalteten einen Schulhausrundgang, der die Gäste über drei Etagen in ausgewählte Räume führte. Alle Rundgänge begannen in der 1. Etage vor dem Sekretariat, wo die Mädchen und Jungen mit ihren blauen Klemmbrettern die Gäste erwarteten.

 

Chantal führte durch die Schule Georg-Schwarz-Straße. Eine Gästeführerin war Chantal. Obwohl sie erst seit ein paar Monaten auf der Schule ist, kannte sie sich schon richtig gut aus und wusste im wahrsten Sinne des Wortes wo es lang ging.

 

 

Beratungslehrerin Frau Keßler mit Chantal. Die erste Station der Hausführung war der Beratungs- und Entspannungsraum. Diesen hat sich Frau Keßler im Zimmer 114 für ihre Beratungsstunden eingerichtet. Die Ethiklehrerin ist seit 40 Jahren im Schuldienst tätig und seit 25 Jahren als Beratungslehrerin aktiv. An sie können sich SchülerInnen, LehrerInnen, aber auch Eltern wenden, wenn sie Sorgen und Probleme haben. „Das ist eine gute Sache. Ich möchte Brücken bauen. Kinder lernen bei mir über ihre Gefühle zu sprechen, sie lernen sich aber auch selber fühlen. Ich möchte, dass sie es in dem Raum so angenehm wie möglich haben“, erklärte die Lehrerin ihr Prinzip. Der Raum ist nicht besonders groß, vermittelt aber mit einer Kuschelecke Geborgenheit und Sicherheit. Die Beratungsgespräche basieren auf zwei Grundsätzen: Freiwilligkeit und Vertrauen. „Wenn ich frei habe, also nicht im Unterricht bin, kann ein Schüler immer zu mir kommen, auch kurzfristig. Wenn sich herausstellt, dass das Gespräch etwas länger dauert, machen wir einen Termin aus. Das Wichtigste ist, dass man für die Menschen da ist. Die Gespräche bleiben vertraulich. Nur bei Gefahr für Leib und Leben bin ich verpflichtet die Direktorin zu informieren.“, führte Frau Keßler aus. Bei größeren Problemen vermittelt die Beratungslehrerin die Hilfesuchenden an Fachkräfte weiter. Aber dem alltäglichen Stress in der Schule setzt sie ihre eigene positive Energie entgegen.

 

Frau Keßler im Gespräch mit Chantal. Ob mit Stressmanagement, Mentaltraining, dem Konzept „Bewegte Schule“ oder dem Einsatz von Aromaölen – mit all diesen Dingen kennt sich Frau Keßler aus. Sie hat auch schon Pläne für die Zukunft: „Ich möchte ab nächstem Jahr einmal pro Monat eine Elterngruppe durchführen, auch für ausländische Eltern in Zusammenarbeit mit Dolmetschern.“ Dann wendete sie sich auch schon den nächsten Interessierten zu, die an diesem Tag ihren Raum aufsuchten.

 

Computer spielen konnte man im Info-Kabinett. Im Computerraum lief der Film über die Projektwoche. Mittlerweile hatte sich auch eine Freundin, die auf eine andere Schule geht, Chantals Führung angeschlossen. Trotzdem ging die Hausführung souverän weiter. Im Zimmer 107, dem Klassenraum der 5b, wartete Herr Mokry auf spielfreudige BesucherInnen. Den Gang hinunter im Informatikkabinett konnten Kinder Computer spielen oder sich gemeinsam mit den Erwachsenen einen Film über die Projektwoche anschauen. Der Film wurde von SchülerInnen der Schule Georg-Schwarz-Straße in Kooperation mit dem Leutzscher Kinder- und Jugendtreff Kojule erstellt. Für Fragen stand hier Herr Jünger zur Verfügung.

 

Im Kunstraum der Schule durfte gemalt werden. An Pinseln mangelte es im Kunstraum nicht. Durch das Treppenhaus ging es hinauf in die zweite Etage. Chantal steuerte das Kunstzimmer an, wo Frau Vorwerk einigen Eltern Fragen zum Kunstunterricht beantwortete. Im Raum waren verschiedene Arbeiten der SchülerInnen zu sehen, die auf Tischen ausgebreitet lagen und an der Tafel hingen. Wer Lust hatte konnte auch selbst zum Pinsel greifen. Dass an diesen kein Mangel herrschte, zeigte sich auf dem Fensterbrett am Lehrertisch.

 

Jonathan bediente die Button-Maschine. An einem anderen Tisch im Kunstraum war Jonathan schwer beschäftigt. An einer Buttonmaschine presste er kleine Anstecker zusammen. Diese konnten sich BesucherInnen mitnehmen oder sich selbst an der Herstellung von Buttons probieren.

 

Ein selbstgemachtes Weihnachtswindlicht. Ins Zimmer 210 führte der Weg danach. Der Elternrat der Schule war in diesem Raum mit einem Bastelangebot vertreten. Auf den Tischen standen dutzende Teelichter. Für die kleinen Kerzen konnte ein Glas verziert, beklebt und bemalt werden. Am Ende wurde das Teelicht in das Glas gesteckt und ein weihnachtliches Windlicht war entstanden.

 

Frau Nitsche konnte viele Gäste begrüßen. Chantal mit ihrem Lesetagebuch zu Im Raum von Deutschlehrerin Frau Nitsche konnte ebenfalls gebastelt werden. Zusätzlich gab es noch einen Einblick in die Arbeiten der fünften Klassen, die gerade das Buch „Anton taucht ab“ von Milena Baisch behandelt haben. Darin geht es um den Jungen Anton alias Starflashmann, der mit Oma und Opa auf einen Campingplatz am See fährt und mit der Natürlichkeit des Gewässers am Anfang ziemlich überfordert ist. Auch mit echten Menschen kommt der eher am Computer als Held auftretende Anton nicht so gut klar, aber das gibt sich im Laufe der Geschichte. Die Titelfigur und seine Freunde bildeten die Grundlage für Lesetagebücher, die von den SchülerInnen in diesem Zusammenhang angefertigt worden sind.

 

Piranha im Glas durfte nicht fehlen. Auch der Fisch namens Piranha, der im Buch, von Anton in einem Gurkenglas gehalten, auf einem ferngesteuerten Auto den Campingplatz erkundet, durfte nicht fehlen. Eine Version von Piranha hat auch Chantal angefertigt.

 

 

Ein Papiertheater zu Im Raum 203, wo Frau Krüger Geschichte und Deutsch unterrichtet, gab es Papiertheater zu bewundern. Diese wurden im Rahmen der „Konferenz der Tiere“ von Kindern angefertigt, die sich auf diese Weise mit dem Stoff beschäftigten und einige Szenen nachspielen konnten. Dass an der Schule vieles was gelernt wird, Eingang in handwerklich-künstlerische Projekte findet, wurde auch an diesem Beispiel deutlich.

 

Szene aus Der Neigungskurs An der Tür von Zimmer 201 war außen ein Schild angeklebt, das „Weihnachten bei den Hoppenstedts“ versprach. Den Loriot-Klassiker der jedes Jahr zum Fest über die Bildschirme flimmert, nahm der „Neigungskurs Theater“ zum Anlass, eine Bühnenversion zu schaffen. Gemeinsam mit Deutschlehrerin und Kursleiterin Frau Sämann erarbeiteten fünf SchülerInnen eine Szenenfolge, die sich textlich eng an das Original anlehnte. Auch das schöne Spiel „Wir bauen uns ein Atomkraftwerk“ durfte nicht fehlen und auch hier machte es „Puff“. Aufgeführt wurden die Szenen an dem Tag gleich dreimal und erhielten viel Applaus vom Publikum.

 

Frau Konotop und ihr Russisch-Kurs warben für das Fach. Tafel im Russisch-Raum. Auch auf den Gängen war viel los. Der Russisch-Kurs von Frau Konotop warb mit Gesängen in der Landessprache für den Unterricht.

 

 

Das kleine Frettchen hatte viele Fans an dem Tag. Das Frettchen ließ sich bereitwillig streicheln. Von der anderen Seite kam ein Junge mit seinem Frettchen vorbei, das den ganzen Trubel eher gelassen nahm und sich auch von Kindern und Eltern streicheln ließ.

 

Das Diorama zum Thema Wieder ging es die Treppe hinauf, denn auch in der dritten Etage konnte Chantal noch einiges erklären und zeigen. So waren im Mathematikraum verschiedene Exponate der Projektwoche ausgestellt wie ein Pandabär, ein Modellbaum und ein Diorama zum Thema Umweltverschmutzung.

 

Das Burger-Kochbuch mit Pommes ist noch ganz neu. Ein großes Rezept für großartigen Papageienkuchen. Besonderes Augenmerk richtete sich auf ein Burger-Kochbuch in der Form seines Inhalts und auf ein übergroßes Rezept für Papageienkuchen, in welchem jeder Schritt bildlich dargestellt worden ist. An letzterem hatte Chantal wiederum mitgearbeitet.

 

Der amerikanische Flusskrebs ist hier zu sehen. Die Kornnatter ging von Hand zu Hand. Schul-Kornnatter in Nahaufnahme.

 

 

 

 

 

Ein paar Schritte weiter, im Biologieraum von Frau Schneider, konnten sich die Gäste über Wirbeltiere informieren, aber auch den amerikanischen Flusskrebs beobachten. Auch mit dem Frettchen gab es hier ein Wiedersehen. Großes Highlight in diesem Raum waren die Kornnattern, die den Kindern leicht von Hand zu Hand gingen, während die Erwachsenen eher respektvollen Abstand zu ihnen hielten. Im Verlauf des Tages bekamen die Schlangen von Frau Schneider noch tote Mäuse bei der öffentlichen Fütterung um 17:00 Uhr.

 

Welches Wasser leitet besser, Süß- oder Salzwasser? Das Experiment mit der Camera obscura wurde durchgeführt. Physiklehrer Herr Thein beim Hohlspiegelexperiment.

 

 

 

 

 

Im Physikraum von Herrn Thein konnten die BesucherInnen wieder selbst aktiv werden oder Projekten beiwohnen, die der Lehrer gemeinsam mit seinen Assistenten durchführte. Ein Experiment ging der Frage nach, ob Süß- oder Salzwasser besser leitet, was durch die Leuchtkraft eines kleinen Lämpchens verdeutlicht werden sollte, dessen Kabel in Wasser getaucht wurden. Durch das Elektrolyt im Salzwasser war die Sache leicht zu entscheiden, denn das Lämpchen strahlte in dieser Kombination eindeutig heller als in Verbindung mit Süßwasser. Zu erleben gab es außerdem noch eine Camera obscura und ein Hohlspiegel-Experiment, das eine Lichtquelle auf seinen Brennpunkt ausrichtete.

 

Blick in den Proberaum der Keyboard-AG. Chantal an ihrem Keyboard-Platz, wo sie den Kanon einübt. Die Musik hat in der Schule auch einen festen Platz im dritten Stock. Gleich zwei Räume sind zum Musizieren vorgesehen. In den einen trat Chantal als Schülerin und Ausführende ein, denn in dem Raum mit den vielen Keyboards übt sie an jedem Dienstag.

 

Herr Queck leitet die Keyboard-AG, die sich dienstags trifft. Herr Queck leitet die Keyboard-AG als Ganztagsangebot. Im Moment wird da ein Kanon von Pachelbel geprobt. Zwei bis drei SchülerInnen spielen je eine Stimme, erklärte der Kursleiter. Bis zu 15 TeilnehmerInnen habe er jeden Dienstagnachmittag im Kurs. „Mit dem Kanon sind wir noch die nächste Zeit beschäftigt. Der wird jetzt weiter geübt, der Anfang sitzt schon ganz gut. Vielleicht können wir dann im Frühjahr ein kleines Konzert anstreben. Unsere richtige Feuertaufe gibt es dann beim Schuljahresabschluss“, kündigte Herr Queck an, der montags auch den Schulchor betreut.

 

Das Musikzimmer war gut besucht. Der Chor der Schulband bei einem Lied. Im Nebenraum, dem Zimmer 312, wo an der Tafel „Musik“ zu lesen steht, drang ebendiese hinaus. Hier zeigten Mitglieder des Neigungskurses „Schulband“, was sie gesanglich und tänzerisch schon gelernt haben. Übungsleiter und Musiklehrer Herr Voss sorgte für die Begleitung an Klavier und Gitarre.

 

Dominik rappt über die Liebe. Ob zu Sidos „Astronaut“ oder im Einzel-Rap zu „Liebe“ wie in den chorischen Versionen von „Unter meiner Haut“ und „Lieblingsmensch“ die SchülerInnen gingen engagiert und mutig an die Sache heran, auch wenn noch nicht jede Bewegung und jeder Ton saß. Aber es war dennoch ein guter Einblick in die Arbeit der Schulband, von der man sicher noch mehr hören und sehen wird.

 

Am Kuchenstand des Elternrats fiel die Auswahl schwer. Blieb noch das Erdgeschoss zu erkunden, wo die Eltern selbst gebackenen Kuchen im Elterncafé verkauften. Auch Kaffee und kalte Getränke gab es dort zum kleinen Preis zu erwerben.

 

 

Waffelverkäufer Anthony mit einer Schokowaffel. Schräg gegenüber in der Lern- und Schulküche hatten es sich die AchtklässlerInnen gemütlich gemacht. Sie verkauften selbst gemachtes Erdnusskaramell und Waffeln, die frisch zubereitet wurden. Der hungrige Gast konnte zwischen Puderzucker, Schlagsahne und Schokolade wählen und entschied sich für das Letztgenannte. Chantal hatte ihre erste Führung damit auch hinter sich gebracht und war schon wieder unterwegs, um die nächsten Gäste empfangen zu heißen.

 

Schulleiterin Angelika Pietzonka war zufrieden. Schulleiterin Angelika Pietzonka zeigte sich nach Abschluss des Tags der offenen Tür erleichtert und froh, dass alles geklappt hat: „Die Schulführungen kommen immer gut an, bei Eltern und Gästen. Das haben die Schüler gut gemacht, sie sind auch selber auf mich zugekommen und haben gefragt, ob sie die Rundgänge machen können. Das ist nicht an jeder Schule so. Die neuen Lehrer haben sich mittlerweile auch gut eingelebt. Auch über unsere neue Beratungslehrerin freue ich mich.“

Obwohl sie die Gäste nicht gezählt hat, war die Schulleiterin nicht unzufrieden mit der Resonanz, die trotz der Vorweihnachtszeit in ihrer Schule herrschte: „Die Beteiligung heute war gut, das richtige Feedback bekommen wir dann später durch die Anmeldungen.“ Einen Wunsch hatte die Schulleiterin dann aber doch noch: „Es sind leider noch zu wenig Eltern, die sich gut engagieren. Wir haben einen Elternrat, der 20 Personen stark ist, aber es können sich ruhig auch Eltern außerhalb des Rates beteiligen, zum Beispiel bei der Begleitung von Exkursionen. Da sehen wir es gern, wenn in der fünften und sechsten Klasse neben dem Lehrer immer jemand von den Eltern dabei ist. Das müssen ja nicht immer dieselben sein.“

 

Schule Georg-Schwarz-Straße in Leutzsch. Bleibt zu hoffen, dass die Worte der Direktorin Gehör finden, denn die Schule ist im Aufwind und wäre dankbar für jede weitere Unterstützung. Der Tag der offenen Tür zeigte jedenfalls schon eine gute Entwicklung von Leutzsch als Bildungsstandort.

 

Mehr Informationen über die Schule Georg-Schwarz-Straße gibt es hier: http://www.schule-georg-schwarz-strasse.de/

 

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