„Nesthocker“ in Lindenau bietet alles für den Familiennachwuchs

Kategorie: Familien Veröffentlicht am Freitag, 18. Dezember 2015 Geschrieben von E. Engelhardt

Romy Reimann verkauft ökologische Kindersachen

 

 Familien haben in Lindenau eine neue Anlaufstelle, wenn sie für Babys und Kleinkinder eine Erstausstattung, neue Kleidung, den Kinderwagen und andere Dinge benötigen, die kleinen Menschen das Leben erleichtern und angenehmer machen.

 

Das Kaufland ist durchs Schaufenster in Sichtweite.  In der Kuhturmstraße 6, gleich gegenüber der Kauflandseite, in unmittelbarer Nähe zum Lindenauer Markt, hat Romy Reimann sich einen Traum verwirklicht und mit „Nesthocker“ einen eigenen Baby- und Kinderladen eröffnet.

 

 

Die gelernte Krankenschwester, die unter anderem als Medizinische Dokumentarin an der Universität und für eine Apotheke gearbeitet hat, wollte sich beruflich verändern. „Zum Zu-Hause-sitzen bist Du noch zu jung. Überleg Dir was Dir Spaß macht, hat mein Mann gesagt“, erzählt Romy Reimann. Also überlegte sie und hatte bald darauf die Idee, welche sie nach Lindenau führte. Als Mutter von drei Töchtern und Oma eines Enkelkindes, mit Wohnsitz im Leipziger Westen, will sie hier ihre gesammelten Erfahrungen gern weitergeben und Menschen, die ein Kind bekommen, unterstützen.

 

Inhaberin Romy Reimann betreibt den Die Idee des Kinderladens war geboren. Romy Reimann erinnert sich: „Hier in Lindenau war Platz dafür und der Bedarf ist auch da. Es gibt in der Umgebung keine anderen Läden in dem Metier, die mein Sortiment anbieten. Das ist schon ein Vorteil. Gemeinsam mit meinem Mann habe ich mir verschiedene Läden angeschaut, auch einen in der Passage hinterm Lindenauer Markt. Aber das hat nicht geklappt dort und dann bin ich mehr per Zufall auf diesen Laden hier gestoßen. Das Haus gehört einem sehr netten Holländer und er hatte Interesse an der Vermietung des Ladens.“

 

Im hinteren Raum finden u. a. Tragekurse statt. Das Ladengeschäft stand zwanzig Jahre leer. Nicht einmal die Ur-LindenauerInnen wissen mehr, was vorher darin war. Die Theorien reichen vom Spielzeug- bis zum Motorradladen. Aber für Romy Reimann war der Laden perfekt. Mit seinen 100 Quadratmetern bietet er eine optimale Größe, sowohl als Verkaufsfläche als auch als Kursraum für Tragekurse. „Natürlich musste am Anfang viel gemacht werden“, erklärt sie. „Am 7. Februar diesen Jahres habe ich den Mietvertrag unterschrieben. Danach begann die Renovierung. Ich habe mir nicht viel gewünscht, außer weißen Wänden, einem trockenen Laden und diesen Fußboden. Das ist ein Designbelag.“ Der Vermieter kam den Wünschen nach und der Laden konnte ein paar Monate später schon genutzt werden.

 

Der Storch begrüßt die Gäste. Vögel wie diese finden sich an den Wänden. Über den Bettchen schweben die Wattewölkchen. „Dann habe ich mir gedacht, was braucht man alles, wenn ein Kind unterwegs ist? Und mit den Ideen, die ich hatte und auf meine Erfahrungen vertrauend, habe ich die Sachen dann eingekauft. Unsinnige Sachen wie Babykopfhörer gibt es bei mir nicht. Ich denke nicht, dass Babys mit auf ein Rockkonzert genommen werden sollten, wo man ihnen dann diese Ohrenschützer aufsetzt.“ Aber fast alles andere findet man in dem übersichtlich gestalteten Geschäft. Es ist mit Tierbildern an den Wänden, kleinen und größeren Vögeln und im anderen Raum sogar mit ein paar weißen Wattewölkchen liebevoll dekoriert.

 

Romy Reimanns Tochter gestaltete den Durchgang. „Den Durchgang hier hat meine fünfzehnjährige Tochter gestaltet. Sie hat drei Tage an dem Baum mit all seinen Blättern gearbeitet. Das sollte ein Kind machen, weil es ja auch ein Laden für Kinder ist und ich war froh, als sie mir das angeboten hat“ sagt Romy Reimann bei der Führung durch den Laden.

 

Mützen für die Winterzeit gibt es hier. Im Laden gibt es verschiedene Bereiche, wo entweder Sachen hängen oder Spielzeug steht. Auch Kuscheltiere, Kinderbettchen, Wiegen und Kinderwagen stehen an den entsprechenden Plätzen. Für Mützen gibt es ein besonderes Präsentationsregal. Einige BesucherInnen werden es vielleicht wiedererkennen, da es vorher im Textilhaus Rohr in Böhlitz-Ehrenberg stand. Nach Auflösung des Geschäfts, konnte Romy Reimann die Ladeneinrichtung von dort übernehmen und für ihren eigenen Laden nutzen. Das praktische Regalsystem, auf welchem auch die Taschen stehen und die Kleidung hängt, ist übrigens von einem bekannten schwedischen Möbelhersteller.

 

Alle Sachen wollen gut sortiert und geordnet werden. Kurz vor der Eröffnung gab es noch eine Menge zu tun, zählt Romy Reimann auf: „Es gehört viel dazu, wenn man einen Laden aufmacht. Ich war seit Ende März fast jeden Tag hier. Die Ware kam rein, musste ausgepreist und in die Kasse eingepflegt werden. Nebenbei wurden Regale aufgebaut. Dann mussten sie eingeräumt werden. Das alles macht viel Arbeit. Aber es war auch toll zu sehen, wie der Laden voller wird und wächst. Am 20. April haben wir dann eröffnet.“

 

Mit Freude bei der Arbeit: Romy Reimann. Ohne große Ankündigung oder Werbung startete der Laden ins Frühjahrsgeschäft. Wenn Romy Reimann nicht hinter der Ladentheke steht, besucht sie Messen und Produktpräsentationen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Auch wenn manche Dinge nicht vorrätig sind, können diese bestellt werden. Bei den HerstellerInnen, von denen die Inhaberin ihre Waren bezieht, achtet sie auf die Herkunft. Asiatische Billigkleidung wird man bei ihr nicht finden. „Ich habe ganz schnell festgestellt, dass Mamas auf ökologische Verarbeitung viel Wert legen und verkaufe daher hier Textilien aus zertifiziert biologischen Naturfasern, die mit dem Global-Organic-Textile-Standard-Siegel ausgewiesen sind. Die ökologisch hergestellten Sachen sind ohne Chemie. Sie kosten vielleicht einen Tick mehr, aber sind dafür reichlich genäht und gehen nicht so leicht kaputt. Das finde ich wichtig und da achte ich drauf“, erklärt Romy Reimann ihr Geschäftsmodell. Die angebotenen Waren stammen vorwiegend aus Europa. „Diese Kinderwagen zum Beispiel werden in Italien hergestellt. Dadurch bekommt man gute Qualität zum Mittelklassepreis.“

 

Den Namen „Nesthocker“ hat sich die Ladenbesitzerin zusammen mit ihren Töchtern ausgedacht: „Wir haben gemeinsam überlegt, wie wir den Laden nennen. Menschenkinder sind ja verhältnismäßig lange auf ihre Eltern angewiesen. Daran sollte der Name erinnern. Wir haben also nach einem Pseudonym dafür gesucht und so ist 'Nesthocker' daraus geworden. Man sitzt auch als Mensch lange im Nest und wird hochgepäppelt. Dabei möchte ich mit meinem Laden helfen.“

 

Stillkissen mit Tiergesichtern aus deutscher Herstellung. Detailansicht eines Stillkissens. Von der Geburt bis zur Größe 140 (ca. 7 bis 10 Jahre) kann Romy Reimann bei der Einkleidung und Ausstattung des Nachwuchses helfen. Manche ihrer Sachen werden auch gern von Erwachsenen genutzt, teilt sie mit und zeigt auf ein weiteres Regal: „Die Plüschschlangen mit den Tiergesichtern sind Stillkissen. Diese werden bereits in der Schwangerschaft als Lagerungskissen für die werdende Mutter sehr geschätzt, später sorgen sie für eine optimale Lagerung des Babys beim Stillen. Wenn das Kind groß ist, haben das auch Papis gern. Man kann sich darin schön beim Fußball schauen einkuscheln, wurde mir gesagt.“

 

Auch für das kommende Jahr hat Romy Reimann schon Ideen. Dann wird sie sogenannte „Wendesachen“ mit ins Sortiment aufnehmen. Die können einfach umgedreht und somit beidseitig verwendet werden, was sehr praktisch ist, wenn sich ein Kind beim Essen bekleckert hat oder ein anderen Malheur passiert ist.

 

Bisher lassen sich die KundInnen an Montagen und Freitagen eher selten blicken. „Das sind die 'toten Tage', so nenne ich sie“, erklärt Romy Reimann. An diesen Tagen hat sie dann Zeit für ihre andere Arbeit in einem Büro, denn von allein trägt sich der Laden noch nicht. Sie hat sich ein eigenes Logo entwerfen lassen, bunte Flyer gedruckt und nutzt Facebook sowie eine eigene Internetseite, um auf den Laden aufmerksam zu machen. Dort gibt es auch Informationen über Aktionen und das Sortiment. Noch bis zum 23. Dezember bietet der Nesthocker im Moment 20 % Weihnachtsrabatt an.

 

Auch Babyspielzeug und Schnuller sind vorhanden. Wer regelmäßig kommt, kann auch die Kundenkarte einsetzen. Mit dieser gibt es zehn Prozent Rabatt auf alle Sachen im Laden, die nicht reduziert sind. Auch über ebay-Kleinanzeigen bietet die engagierte Geschäftsfrau ihre Waren an. Vor allem junge Mütter, aber auch Vertreterinnen der „Generation Oma“ suchen den Laden auf. Manchmal sind auch einige Papis dabei oder stehen allein im Laden und fragen nach Geschenken für die Freundin, die ein Kind bekommen hat. Romy Reimann kann in den allermeisten Fällen helfen, empfiehlt Kirschkernkissen, Veilchenwurzel oder lustige Monsterplüschtiere für den Nachwuchs.

 

Für den Leipziger Westen wünscht sie sich noch mehr Vernetzung. „Es gibt teilweise so schöne Läden und Angebote hier und man weiß kaum voneinander. Da müssten wir uns mal zusammensetzen. Vielleicht bekommen wir dann im nächsten Jahr auch auf dem Lindenauer Markt mal einen Weihnachtsmarkt hin. Das wäre doch eine schöne Sache“, überlegt Romy Reimann mit Blick auf die Zukunft gerichtet.

 

Ab 10:00 Uhr ist der Tresen in der Woche meistens besetzt. Geöffnet hat der „Nesthocker“-Laden wochentags Dienstag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Wer früh kommt, kann mit der sympathischen Chefin auch zusammen einen Kaffee trinken und dazu ein kleines Schwätzchen halten.

 

 

Montags ist der Laden am Nachmittag von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet und samstags von 10:00 bis 12:00 Uhr sowie nach Absprache.

Alle weiteren Informationen finden sich auf der Nesthocker-Internetseite: http://www.nesthocker-baby.de/

 

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